Der Weg zur PV-Anlagen

Brauchwassererwärmung, Eigenverbrauch, Einspeisung, Peak, Panels, Speicher …

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Musketier
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Der Weg zur PV-Anlagen

#1

Beitrag von Musketier » 3. August 2018 14:27

Hallo,

da bei uns im Wohngebiet gerade ein Typ von der Enso (unser lokaler Energieversorger) Beratungstermine hinsichtlich Photovoltaik ausmachen möchte und ich dem Thema nicht ganz abgeneigt gegenüberstehe, wollte ich mich mal damit beschäftigen. Nicht das ich mich unbedingt sofort was kaufen will, aber dümmer kann man bei so einem Gespräch nicht werden. Dazu hätte es den Vorteil, dass sich meine Frau auch damit beschäftigt und man so besser eine gemeinschaftliche Entscheidung treffen kann.

Die steuerliche Seite ist mir mehr oder weniger klar, beim Rest bin ich mir aber gar nicht so sicher, wie ich an das Thema rangehen soll. Im PV Forum erschlägts einen an Informationen, so dass ich dort gar nicht recht weiß, wo ich anfangen soll mit lesen und was wichtige Infos oder unwichtige Infos sind.

Wie habt ihr das gehandhabt?
Erstmal durch verschiedene Anbieter beraten lassen oder lieber schon vorher selber schlau machen, um die richtigen Fragen stellen zu können? Worauf habt ihr geachtet, bei der Planung der PV Anlage?

v.G.
Musketier



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zehn0813
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#2

Beitrag von zehn0813 » 4. August 2018 05:47

Ich habe mich selbst schlau gemacht und parallel viele Termine mit Solateuren gemacht, die mir wiederum viel erzählt haben, was ich anschließend versucht habe nachzuvollziehen.

Am Ende ist es m.E. wichtig, dass die Anlage zu deinen Lebensgewohnheiten und zu deinem Haus passt.

Bsp.: Eine Familie mit zwei 9 -17 Uhr Jobs braucht über eine Anlage ohne Speicher, die auf viel Eigenverbrauch ausgelegt ist, nicht nachzudenken.
Eine Anlage die auf viel Eigenverbrauch (z.b. mit Wärmepumpe) ausgelegt ist, aber ohne Speicher auskommen soll, kann anders ausgerichtet werden (z.B. Ost + West), als eine Anlage, die eher auf Einspeisung oder Speichern (komplett Süd) ausgelegt ist.

Die Grenzen der Größe der Anlage sind dir bekannt? Unter 10kWp bleiben oder großer als 14kWp bauen.

Steht die Größe der Anlage geht es an die Technik. Welche Module sollen verbaut werden. Auch hier lohnt - wie überall - ein Blick hinter die Hersteller. So habe ich herausgehört, dass auch "deutsche" Hersteller zu kaufen, umlabeln und mit der Werbung "Deutsches Produkt" an den Start gehen. Der Wechselrichter ist dann noch mal wieder eine andere Geschichte. Dieser muss auch wiederum zur Anlage passen. Dort gibt es 3 Solateure und 5 Meinungen. :shock:
Gruß,
Sebastian

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ToxicMolotow
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#3

Beitrag von ToxicMolotow » 4. August 2018 06:25

Ich sehe das gänzlich anders.

Am Ende sind Ausrichrung und Hersteller egal, so lange der Preis stimmt.

Es gibt jede Menge Anbieter, die alle mehr oder weniger das gleiche zu hohen Preisen anbieten.

Ob die Anlage wirtschaftlich betrieben werden kann, hängt einzig und alleine vom Investitionspreis ab. Und das wird am Ende jemand sein, der täglich Anlagen montiert und wenige Nebenkosten hat. Also in der Regel nicht ein Berater des lokalen Stromanbieters sondern ein überregionaler Krauter aus dem Internet, der die Anlage wirklich schnell zusammendengelt, ohne dabei die Qualität allzusehr leiden zu lassen. Am Ende wird es ein "Qualitätswechselrichter" mit einem Chinesischen Modulanbieter, der wiederum internationale Forschungsarbeit verwendet.

Speicher sind übrigens (auch ohne die Gewohnheiten im Haus zu kennen) wirtschaftlich fast immer noch immer Unsinn.

Und die Ausrichtung ist, wenn es nicht gerade 45° Nord ist, egal. Über Ost/West nachdenken ist egal, wenn man voll Süß haben kann. Aber da Euer Haus ja eh schon steht, ist der Gedanke ja eh egal. Verschattung berücksichtigen und voll packen.

Und der Preis/kwp fällt mit der Größe. Also packt man sich das Dach da wo es geht voll, so lange man unter 10kwp bleibt bzw. wenn man da nicht deutlich drüber kommt. Alles andere ist privat mehr oder weniger Unsinn.

Rechnerisch wird es in 90% so sein, dass 9,9kwp ohne Speicher, so einseitig und südlich wie möglich ohne Speicher was wirtschaftlichste sein wird und sich dabei in der Einspeisung tragen wird. Und je mehr Eigenverbrauch man dann da rein bekommt, desto besser wird es.

Dabei übrigens eine WP berücksichtigen wollen, wird nur mit Speicher möglich sein. Und das wiederum wird unwirtschaftlich.


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Der Weg zur PV-Anlagen

#4

Beitrag von Musketier » 4. August 2018 19:22

Verschattung dürfte außer der eventuell hinterlichen Sat-Schüssel keine sein, auch wäre sowohl Ost-West, als auch Süd möglich. Ich müsste mal durchrechnen, wieviel m² ich aufs Dach bekommen könnte. Die 10 KWp als Grenze sind mir bekannt, aber was ist mit den 14kwp? Ist das dann die Größenordnung ab der sich das ganze wieder lohnt, wenn man über 10kwp ist?

Macht es eher Sinn Ost, Süd und West vollzupflastern oder eher nur OST/West wegen der besseren Nutzbarkeit/Eigenbedarf oder nur Süd wegen des höheren Ertrags?
WP ist übrigens vorhanden.

Noch eine weitere Frage, sind Dachfenster nötig, um mal ranzukommen? Meine Höhentauglichkeiten sind leider sehr eingeschränkt. :cry:
ToxicMolotow hat geschrieben:
4. August 2018 06:25
Dabei übrigens eine WP berücksichtigen wollen, wird nur mit Speicher möglich sein. Und das wiederum wird unwirtschaftlich.
Bezog sich das auf den Vorbeitrag? Ansonsten hab ich das nicht verstanden.

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#5

Beitrag von ToxicMolotow » 4. August 2018 23:33

Quasi. WP und PV sind zwar in der Theorie toll, in der Praxis lohnt es sich aber nur für Warmwasser im Sommer.

Akku verbessert dort das Zusammenspiel zwar, ist aber (noch immer) fast immer unrentabel.

August: Die Spitzen sind die Warmwasserzubereitungen. Heizung braucht es ja nicht.

Januar: Auch hier sind die Spitzen die Wärmepumpe. Nur mit Heizung. Blöd dass die PV gar nicht liefern kann. Blöd, trotz 70% Tageseigenverbrauchs.BildBild


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#6

Beitrag von ares83 » 9. Mai 2019 20:12

Da wir nun auch langsam anfangen uns mit dem Thema zu beschäftigen, was wäre denn ein guter Preis pro kW? 1300€?

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zehn0813
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#7

Beitrag von zehn0813 » 10. Mai 2019 05:26

ares83 hat geschrieben:
9. Mai 2019 20:12
Da wir nun auch langsam anfangen uns mit dem Thema zu beschäftigen, was wäre denn ein guter Preis pro kW? 1300€?
Das kommt in erster Linie darauf an, wie viel kWp du verbaust. Die Module werden vllt. nicht günster, aber die weiteren Material- und Lohnkosten kannst du natürlich auf mehr kWp umliegen, da sie mit mehr kWp kaum steigen.

In meinen Vergleichen vor etwas mehr als einem Jahr hatte ich eine Preisspanne von 1.075€ bis 1.417€ bei ~9,6kWp. Grundlage waren 32 komplett schwarze Module mit ~300Wp und ein Wechselrichter von SMA.

Selbstverständlich reden wir von Nettopreisen.
Gruß,
Sebastian

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#8

Beitrag von Epi » 11. Mai 2019 06:26

Hallo Tim,
ares83 hat geschrieben:
9. Mai 2019 20:12
Da wir nun auch langsam anfangen uns mit dem Thema zu beschäftigen, was wäre denn ein guter Preis pro kW? 1300€?
Wie Sebastian schon richtig geschrieben hat, kommt es auf die Größe der Anlage, wie _montiert_, wie auch Art der Module, ob mit oder ohne Batteriespeicher an. Du kannst auch einen Speicher kaufen, in welchem der Wechselrichter bereits integriert ist; es gibt wahnsinnig viele Möglichkeiten. Wir rechnen bspw. im Job überschlägig zwischen € 1.800.00 und € 2.000,00/kwP montiert und ohne Speicher. Werte sind Bruttowerte und konkretisieren sich, sobald die Dachfläche incl. Gerüststellung berechnet wurde. Dabei muss nicht nur die Ausrichtung des Daches berücksichtigt werden, sondern auch eventuelle Verschatter, wie Kaminzüge, Satschüsseln oder auch Bäume, welche den Lichteinfall stören. Ganz plöd sind Dächer, welche jede Menge Augen (DFF) oder Gauben haben, oder auch durch Zwerchgiebel/-häuser unterbrochen werden und somit die Auflagefläche und damit die mögliche Sonnenernte reduzieren.

Ich möchte Dir empfehlen einige Gespräche zu führen, um ein Gefühl für den Aufwand und die Preisgestaltung zu erhalten. Gespräche mit Ausrichtern, welche nichts anderes anbieten, als PV-Anlagen verkaufen oder vermieten. Sie sind zumeist lange in der Materie drin und werden Dir kompetente Auskünfte liefern. Fundierter, als etliche Heizungsbauer, welche erst jüngst ihr Herz für ein neues Geschäftsmodell entdeckt haben ;-)


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#9

Beitrag von ares83 » 11. Mai 2019 19:19

Wir sind momentan dabei Firmen zu finden, leider ist schon das ein Problem, aber immerhin will der erste nächste Woche vorbei schauen wenn er ein paar Häuser weiter einen anderen Kunden besucht.

Ich denke mal wir haben mit unserem Zeltdach mit jeweils knapp 10,5m Dachlänge und um die 21° Dachneigung auch nicht das optimale Dach, aber ohne Verschattungen Schornstein oder irgendwas und mit mehrseitiger Belegung vielleicht auch ok für den Eigenverbrauch. Ich habe mal mit quergelegten Modulen laienhaft Tetris auf Papier gespielt und bin auf rund 14 Module (100x160) je Dachfläche gekommen. Die Dachfläche im Süden ist wohl gesetzt, im Westen würde für mich auch Sinn machen, denn da scheint die Sonne schön zum Feierabend. Da könnte ein zukünftiges BEV gut laden mit eigenem Strom.

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