Neuorientierung auf Photovoltaik

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Epi
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Neuorientierung auf Photovoltaik

#1

Beitrag von Epi » 13. April 2019 10:12

Hallo zusammen,


wie euch aufgefallen ist, habe ich mich die letzten Wochen rar gemacht. Das lag daran, daß MeinerEiner und ich uns geschäftlich neu orientiert haben; wieder ´mal, wenngleich erst nach 24 Jahren.

Das Geschäft mit dem Neubau von EFH ist die letzten beiden Jahre so zäh geworden, da eine Grundvoraussetzung immer schwieriger zu beschaffen ist: das Baugrundstück oder zumindest eine bezahlbare Bestandsimmobilie, wirtschaftlich sinnvoll zum Abriß desselben. Wenn ich mich erinnere, daß wir in 1996 eine DHH 6.00 x 12.00 m auf Bodenplatte nebst Grundstück ca. 300 qm für insgesamt DM 500.000,00 in _Düsseldorf_ verkauft haben, tanzen meine Fältchen im Gesicht auf der Suche nach Ausbreitungsmöglichkeiten :?

Dieser Tage ist ein Grundstück ein Spekulationsobjekt; in all seinen negativen Begleitumständen. Aktuell gibt es in einem begehrten Ortsteil von Düsseldorf ein baureifes Grundstück für sage und schreibe 1 Mio Euronen. Auf diesem Grundstück kann ein komplettes DH errichtet werden, so daß am Ende des Tages - mit allen Begleitumständen und BNK, eine DHH im Düsseldorfer Norden - nein, ich meine nicht Kaiserswerth oder Stockum - eine satte Million kosten wird. Das ist KRANK!

Jüngst haben wir 2 Grundstücke zur Bebauung mit einem Reihenmittel- und einem Reihenendhaus in Neuss-Grimlinghausen incl. Bauauftrag verkauft. Diese Grundstücke habe ich selbst von einem privaten Verkäufer besorgen können; die Baugenehmigung hat satte 2 Jahre Zeit beansprucht. Dennoch darf ich keine Garagen errichten, da die Stadt Neuss den B-Plan geändert hat; sie findet scheinbar, daß Garagen überbewertet sind. Noch vor 10 Jahren wollte keiner so wirklich dort wohnen, heute liegt der Bodenrichtwert gem. Boris NRW bei € 410,00/m2, verkauft wurde der Grundstücksanteil für € 659,00/m2. Im Ergebnis kostet ein malerferiges* Reihenendhaus - mit rund 180 m2 Wohnfläche und plus Nutzfläche im Keller wenigstens kein kleines Haus - knappe TEUR 700 plus nochmals TEUR 50 an direkten BNK; das RMH durch den geringeren Grundstücksanteil etwas weniger. Auch das ist KRANK!

*Umzugswagen bestellen und einziehen

Mit diesen Grundstückspreisen und der Inflation bei den Baupreisen ist es nahezu unmöglich für ein mittleres Einkommen Eigentum zu bilden. Ist der EK-Anteil zudem gering in den Augen der Banker, hat der Gutachter der finanzierenden Bank auch ein gewichtiges Wörtchen mitzureden. Da kann es schon ´mal passieren, daß Gelder, welche bauherrenseits eingespart werden sollen - bspw. da ein Keller nicht erforderlich ist/GRZ oder GFZ nicht ausgeretzt sind, doch investiert werden müssen, da das Risiko für die Bank ansonsten zu hoch ist, steht eine Zwangsversteigerung vielleicht dereinst im Raum. Von der schleppenden Bearbeitung durch die zu beteiligten Bauämter spare ich mir zu schreiben, sonst bekomme ich Magenkrämpfe. So oder so ist beides ebenfalls KRANK.

Ich will nicht verhehlen, daß mich auch die, auf Internetwissen basierenden Fragen potentieller BauherrINNEN in den Wahnsinn treiben. Das gipfelte darin, daß ich an einem Tag, als sich dieses "Wissen" häufte, einem "ganz schlauen" empfohlen habe, mit Herrn Internet zu bauen. Als dann auch noch unsere Partner begannen, nicht mehr ganz so zeitnah zurückzurufen, benötigte Auskünfte verschleppten, ich alles und jedes hinterfragen/selbst lösen musste, trat der Punkt ein, wo es uns an der Motivation fehlte; eine Neuorientierung mit dickem Fragezeichen im Raum stand. Auch das empfinde ich - wie ihr sicherlich ahnt, als KRANK.

MeinerEiner und ich sind seit vielen Jahren Fans der Photovoltaik. Da wir die letzten 10 Jahre fast ausschließlich Wärmepumpen als Heizmedium verkauft haben, haben wir latürlich auch diese Form der Investition in die Zukunft unserem BauherrINNEN ans Herz gelegt. Von all den Kunden, welche wir in diesem Zeitraum betreut haben, haben es aber gerade ´mal 2 für sinnvoll erachtet, ihren Strom selbst zu produzieren. Der Rest hat immerhin in dem Punkt auf unsere Empfehlung reagiert, als daß sie einen zusätzlichen Schacht haben verbauen lassen. Sollten sie sich dereinst doch für PV entscheiden, muss wenigstens nichts mehr aufgebohrt werden; die Zählerkästen sind so oder so groß genug, erfüllen die Voraussetzungen. Hauptargument gegen die zeitnahe Installation einer PV war stets der Wunsch nach mehr Ausstattung, selten wirkliche Engpässe in der Finanzierung.

Mit diesem Wissen im Gepäck haben wir uns auf die Suche nach Symbiosen SCHENK + PV gemacht. Recht schnell war ein Anbieter gefunden, welcher die Lösung für uns bereit zu halten schien ... wenn da nicht von Anfang an ein grummeln im Bauch mitgespielt hätte. Es mag eine Frage des Alters sein - ich bin nicht dafür gemacht, eine wichtige Entscheidung ausschließlich papierlos und via Videokonferenz zu treffen. Dennoch habe ich mein Gefühl hinten an gestellt und mich auf diesen neuen Partner einlassen wollen. Es kam, wie es kommen musste - der Fisch stinkt immer vom Kopf an. Witzigerweise war dies auch unserem "Ansprechpartner" dieses Anbieters bewußt, denn er widersprach nicht, sondern gab uns einen guten Tip, wen wir ansprechen sollten, wollten wir in dieser Branche Fuß fassen.

Das brachte uns 2x nach Hamburg und ... wir fühlen uns angekommen, wir vertreten ein tolles Produkt, haben einen verlässlichen Partner, mit sehr finanzstarken Beteiligungspartnern im Rücken; das erkannte auch das Fraunhofer Institut, welches unserem neuen Partner den Green Tec Award verlieh. Ich muss mich zwar daran gewöhnen, daß alles Welt mich duzt - vom Gründer bishin zur Emfangslady, dafür begegnen sich alle auf Augenhöhe und verfolgen ein gemeinsames Ziel. Es gilt die Millionen Dächer in Deutschland mit PV zu belegen, auf Graustrom weitestgehend zu verzichten und somit unseren Kindern eine bessere Welt zu hinterlassen. Wer mag, kann latürlich kaufen, wer clever ist, mietet.

greentecawards.png

Kleines Schmankerl am Rand: wir werden unseren ehemaligen Kollegen nun beibringen, die Südseite eines Hauses _nicht_ zu verschatten. Weder mit Zwechhaus, Giebel, SAT-Schüssel oder auch nur einer Dachdeckerleiter. Dieser Platz ist viel zu kostbar, als das er derart sträflich behandelt werden dürfte. Außerdem sind sommertags - unsere Sommer werdern immer wärmer, die Rollläden eh unten ;)

Wir werden uns also zukünftig - nachdem die lfd. Bauprojekte abgewickelt sind, ausschließlich der Vermietung von PV-Anlagen - ohne oder mit Speicher, widmen. Wir sind sicher, daß den erneuerbaren Energien bald viel Aufwind beschert wird, da wir von den AKWs und Kohlekraftwerken loskommen müssen, Erdöl und Gas endlich sind. Vlt. werden bald Neubauprojekte realisiert, welchen PV verpflichtend mit auf den Weg gegeben werden. Denkbar wäre bspw. ein unterirdischer Speicher in einem Neubaugebiet, welcher nächstes den eingespeisten Strom an die verschiedenen Haushalte verteilt.

Wir sind jedenfalls motiviert ;)
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